Was würdest du machen, wenn ein Junge in deiner Schule stirbt und alle denken du wärst sein Bester Freund gewesen? Genau das ist Evan passiert…

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Evan ist irgendwie schon immer ein Einzelgänger gewesen, er hat nie wirklich dazugehört, aber gemobbt wird er auch nicht. Seine Mutter, eine meistens gestresste Krankenschwester, hat sich schon immer gewünscht, dass ihr Sohn mehr aus sich rauskommt und schickt ihn sogar zu einem Therapeuten. Er stellt Evan die Aufgabe, jeden Tag Motivationsbriefe an sich selbst zu schreiben. Als er mit einem gebrochenen Arm in das neue Schuljahr startet, rät ihm seine Mutter, Leute auf seinem Gips unterschreiben zu lassen. Das geht ziemlich schief und am Ende ist der Einzige, der auf seinem Gips unterschrieben hat, der Schulrowdy Connor. Die Beiden laufen sich im Computerraum nochmal über dem Weg, wo Evan gerade einen ziemlich ehrlichen Motivationsbrief schreibt, in dem er sich die Liebe zu Zoe (Connors Schwester) eingesteht. Connor versteht den Brief völlig falsch und verschwindet mit ihm. Nach Connors Selbstmord finden seine Eltern den Brief und durch ein Missverständnis denken sie die Jungs wären Beste Freunde. Um Connors Eltern nicht zu verletzen, denkt sich Evan immer mehr Lügen über die Freundschaft zwischen den Beiden aus. So kommt er Connors Familie, auch Zoe, immer näher und fängt an Connor, aber auch sich selbst zu verstehen…

Dear “Evan Hansen“ ist ein sehr schönes, aber trauriges Buch über Freundschaft, Tod und das Dazugehören. Es ist das Buch zum Broadway-Theaterstück von Val Emmerich & Co.

Ich musste zwischenzeitig echt schlucken, weil mir das Buch wirklich Nahe gegangen ist. Man kann sich sehr gut in Evan hineinversetzten und versteht seine Schüchternheit und sein schlechtes Gewissen. Manchmal musste ich das Buch weglegen, da es mir an einigen Stellen einfach zu viel Fremdscham war. Zum Beispiel, wenn Zoe die Lügen, die Evan ihr erzählt, anzweifelt . Das war echt schlimm! Trotzdem fand ich das Buch wirklich toll, es beschreibt sehr gut die Lage von Evan mit seinen Problemen.  Die Autoren spielen schön mit Evans Schüchternheit und zeigen die Lage nach einem Selbstmord: Eine erschütterte Familie und ihre Versuche damit klarzukommen.

Es wird aus Zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: Hauptsächlich aus der Sicht von Evan, aber auch immer Mal eine Seite aus der Sicht von dem toten Connor. Das hatte ich davor noch nicht gesehen und war sehr begeistert davon.

Ich empfehle es wirklich “Dear Evan Hansen“ zu lesen! Es macht viel Spaß mit Evan mitzufiebern und man möchte ihm manchmal einfach gerne zurufen. „Mach das nicht!“