„Übertreibt es nicht mit eurem Mut,“ sagte Odilio und jetzt lag ein warnender Ton in seiner Stimme. „Wisst ihr denn überhaupt nicht mehr, warum jede Quendelsippe von Nachkommen zu Nachkommen die alten Familienmasken überliefert und weitergibt? Was war der Anfang dieser Bräuche und der Grund dafür? Weshalb gibt es das Bäumelburger Maskenfest, das ihr so arglos begeht wie ein Picknick im Frühling? Weshalb die Feuer zur Wintersonnenwende, in den Raunächten der dunkelsten Zeit des Jahres? Habt ihr denn völlig vergessen, was hinter all dem Mummenschanz steckt? Wen wollen die Quendel mit ihren Masken an den Festtagen vertreiben und in die Finsternis zurückweisen? Ihr wisst es nicht? Nun, ich werde es euch sagen:…“

Die Quendel sind ein friedliches Völkchen. Freundlich und fröhlich leben sie in ihren gemütlichen Häuschen in Quendelin, halten Kaffeekränzchen mit ihren Nachbarn, pflegen ihre kleinen Gärten und feiern alljährliche Maskenfeste. Bullrich Schattenbart, der Kartenzeichner, sondert sich von den anderen ab und lebt ein eigenbrötlerisches Leben im Einklang mit seinen liebevoll gezeichneten Karten. Doch der leere Fleck, den der Finster, ein Wald, um den sich die gruseligsten Geschichten ranken, auf seiner Karte markiert, stört in zutiefst. Eines Abends macht er sich schließlich auf, den Finster zu erkunden, doch er rechnet nicht mit dem seltsam glitzernden Nebel, der die Grenzen zwischen Quendelin und einem Reich, dem grausame, schreckliche und boshafte Kreaturen entspringen, undicht macht. Nicht nur Bullrich zieht der Nebel in seinen Bann, auch seine Nachbarn, die sich zu ihm auf die Suche begeben, geraten in höchste Gefahr.

Meine Meinung

Ganz anders als ein klassisches Fantasybuch erinnerte mich Quendel eher an ein altes Schauermärchen in positivem Sinne. Vor allem der Schreibstil der Autorin und ihre besondere Wortwahl machen das Buch einzigartig. Zum einen führte das dazu, dass ich mir Quendelin besonders anschaulich vorstellen konnte und alles sehr niedlich und ruhig auf mich wirkte, zum anderen war das Buch zwischendrin sehr gruselig, was ich nie erwartet hätte.

Mein Fazit

„Quendel“ hat mir sehr gefallen und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Es ist vielseitig und abwechslungsreich und vor allem für Leser empfehlenswert, die viel Wert auf Sprache und Schreibstil legen und Stimmungswechsel, die einem einen Schauer über den Rücken jagen, genießen.

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