Papa grinst. „Wir sind schon eine tolle Familie, was?“ Ich weiß, er meint es gut, aber das kann ich ihm nicht durchgehen lassen und schüttele den Kopf. „Wir sind keine Familie mehr. Ich habe gar keine Familie.“ Das ist gemein von mir, aber ich finde, einmal in vier Wochen muss jemand gemein zu ihm sein, wegen allem, was er getan hat. Obwohl ich mich eigentlich viel lieber an seine Schultern kuscheln würde und hören, dass alles gut wird. Was alles? Eben alles.

Wenn die Mutter ständig geistig abwesend, der kleine Bruder behindert, der Vater umgezogen und superglücklich mit seiner neuen Familie und der eigene Name einfach furchtbar ist, dann darf man sich auch mal einer kleinen Notlüge bedienen und auf der neuen Schule einfach einen anderen Namen angeben. Corinna findet „Marie“ passend und schlägt sich fortan unter ihrem Decknamen in der neuen Klasse durch. Allerdings fällt öfter der Name „Pechmarie“ und sie scheint als einzige nichts über ihre Vorgängerin, ebenfalls eine Marie, zu wissen. Nicht nur der sympathische Nachbarsjunge Marc hängt irgendwie mit drin in dem ganzen Schlamassel, auch alle anderen Freunde von Corinna haben eine Verbindung zur geheimnisvollen Marie, über die jeder schweigt.

Sehr witzig und locker geschrieben und gleichzeitig auch spannend. Es drehte sich nicht die ganze Zeit nur um Marie, sondern auch um Corinnas persönliche Probleme mit ihrem einfachen Leben, ihrem Vater und ihren neuen Freunden. Corinna ist sehr sympatisch und man kann ihre Taten persönlich sehr nachvollziehen. Einige Ausdrücke und Sätze waren meiner Meinung aber ein wenig kindisch für eine Zehntklässlerin. Dennoch muss ich sagen, dass die Autorin sehr kreative und lustige Einfälle hat, die eine einzigartige, lesenswerte Geschichte erschaffen.

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